Exotische Verwandlungskünstler: Kochbananen

Grune_KochbananenKochbananen sind in vielen Ländern Afrikas und Asiens das, was für uns Kartoffeln sind. Bitte niemals einfach schälen und reinbeißen! In naturbelassenem Zustand schmecken sie nämlich absolut nicht. Ihr bekommt außerdem stumpfe Zähne und eine pelzige oder raue Zunge, wenn ihr Kochbananen roh esst. Das ist der adstringierenden Wirkung zu verdanken, die ihr vielleicht von Rhabarber, tanninreichen Rotweinen oder einigen Teesorten kennt. Dieser Effekt verliert sich beim Garen und die Bananen verwandeln sich in aromatische Alleskönner.

Nach dem Schälen könnt ihr die Kochbananen kochen, frittieren, braten oder für Aufläufe und Suppen verwenden. Der Geschmack von zubereiteten Kochbananen ähnelt dem von Kartoffeln mit einem leicht süßen Aroma, das je nach Reifegrad variiert. Die Reifung erfolgt von Grün- über Gelbtöne und dunkle Sprenkel bis zu einer satten lila und sogar schwarzen Färbung der Schale. Je dunkler die Schale ist, desto süßer sind die Kochbananen. Die Süße von Obstbananen erreichen die Kochbananen jedoch nicht. Deshalb sind Kochbananen ideal geeignet, um sie als Kartoffelersatz zu nehmen. Außerdem haben Kochbananen den Vorteil, dass sie kein Gluten enthalten. Wer also unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leidet, hat mit Kochbananen eine prima Alternative zu Kartoffeln.

Rezeptideen für Kochbananen

Abgesehen vom Kartoffelersatz gibt es weitere tolle Sachen, die ihr mit Kochbananen machen könnt:

  • Geschälte Bananen in dünne Scheiben schneiden und in heißem Öl anbraten. Nach dem Abtropfen auf Küchenpapier nach Gusto mit Salz, Chili- oder Paprikapulver würzen: Chips à la Banana!
  • In eine eingefettete Auflaufform schichtet ihr Scheiben von Auberginen und Kochbananen, gebt Creme Fraiche oder Sahne dazu. Etwas Salz, Pfeffer und Anis unterstreichen die Aromen. 15 Minuten vor Ablauf der Backzeit Käse nach Wahl über den Auflauf streuen. Nach insgesamt 45 Minuten Garzeit bei 180° im vorgeheizten Backofen habt ihr eine leckere Hauptspeise oder Beilage.
  • Längs halbierte Bananen in heißem Öl anbraten oder Stücke frittieren und mit Honig oder Sirup bestreichen: eine Köstlichkeit für Naschkatzen!
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Philippinisches Chicken Adobo – einfach und lecker!

Nachdem wir euch beim letzten Mal schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Eigenarten der philippinischen Küche gegeben haben, gibt es heute eine Rezeptidee zum Nachkochen für euch, die reichlich Variationsmöglichkeiten bietet.

Die philippinische Küche ist nicht so traditionell gewachsen wie beispielsweise die in Thailand oder China. Vielmehr haben Eroberer und Kolonialstaaten ihre Spuren in der philippinischen Küche hinterlassen. So gibt es Einflüsse aus Indonesien und China, aus Amerika und Spanien. Während man die amerikanische Burger-Kultur inklusive Neon-Leuchtreklamen auf den Philippinen nicht übersehen kann, gibt es in den eher unscheinbaren Restaurants ein Gericht, das als eines der Nationalgerichte der Philippinen durchgehen kann: Chicken Adobo. Den Begriff „Adobo“ kennt ihr vielleicht aus der spanischen Küche. Das philippinische Adobo ist ein ebenso schnell zubereitetes wie leckeres Gericht, das ihr einfach nachkochen könnt.

Die Zutaten

  • 2 Hähnchenschenkel pro Person, gewaschen und trocken getupft
  • 2 Tassen Essig
  • 2 Tassen Wasser
  • 1 Tasse Sojasauce
  • 1 mittelgroße Zwiebel, gewürfelt
  • 6 bis 10 Knoblauchzehen in dünnen Scheiben
  • 5 Lorbeerblätter
  • 1 Teelöffel Pfefferkörner
  • Salz und Pfeffer
  • Mehl oder Speisestärke zum Binden der Soße

Die Zubereitung könnt ihr auf zwei verschiedene Weisen vornehmen. Ihr könnt bis auf Wasser, Salz, Pfeffer und Mehl und Stärke alle Zutaten in eine Schale oder Gefrierbeutel geben, gut mischen und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Am nächsten Tag gebt ihr alles in einen Topf und fügt das Wasser hinzu. Ihr lasst das Ganze 45 Minuten köcheln und wendet die Hähnchenschenkel nach etwa der Hälfte der Kochzeit. Salz und Pfeffer nach Belieben und Mehl oder Stärke für die gewünschte Konsistenz der Soße hinzugeben und mit gekochtem Reis servieren.

Das Marinieren über Nacht muss nicht sein. Wenn ihr dazu weder Lust noch Zeit habt, geht ihr so vor: Zwiebel und Knoblauch lasst ihr in einem Topf glasig werden. Ihr gebt das Huhn und Sojasoße , Essig und alle anderen Zutaten bis auf die Stärke dazu und lasst alles ebenso kochen wie oben beschrieben.

Wer möchte, nimmt die Hähnchenschenkel kurz vor Ende der Kochzeit aus dem Topf und löst das Fleisch von den Knochen. Die mundgerechten Stücke kommen dann wieder in die Soße.

Das philippinische Adobo schmeckt auch mit anderen Geflügelsorten, Schweinefleisch und Tofu. Gemüsefans ergänzen die Zutaten um Kartoffel- und Karottenwürfel, die einfach mitgekocht werden.

Die philippinische Küche entdecken

PhilippinenWir gehen thailändisch essen, vietnamesisch und chinesisch. Japanisches Sushi kennen wir fast so gut wie Ungarisches Gulasch. Wenn ihr einmal darauf achtet: Es gibt praktisch keine philippinischen Restaurants in Deutschland. Dabei ist die philippinische Küche besser als ihr Ruf. Hier erfahrt ihr Wissenswertes über die südostasiatischen Spezialitäten des Inselstaates.

Was in Spanien die Tapas sind, sind auf den Philippinen die Bulutan. Kleine Snacks, oft auf Spießen gegrillt, aus Fleisch oder Meeresfrüchten werden mit einer süßen, scharfen und sauren Soße verspeist. Siopao sind mit Gemüse, Fisch oder Fleisch gefüllte Teigtaschen ähnlich wie unsere Brötchen. Siopao werden gegrillt oder gedämpft. Wenn Balaw-Balaw (sprich Balau-Balau mit Betonung auf dem „au“) serviert wird, handelt es sich um eine köstliche Paste aus fermentierten Garnelen.

Wenn ihr in eurer Nähe ein philippinisches Restaurant findet oder einmal Urlaub auf einer der 7107 Inseln macht, probiert unbedingt den Kinilaw na Tanguige, einen köstlichen Salat aus rohem Fisch (Tanguige, hierzulande wird oft Wolfsbarsch verwendet) mit frischen Chilis, Zwiebeln, Tomaten und einem Dressing aus Kalamansi. Kalamansi sehen aus wie kleine Limonen und schmecken wie eine Mischung aus Zitrone und Mandarine. Fleisch und Fisch werden traditionell in einer Soße aus Kokosmilch und Ingwer gekocht. Frischer Fisch landet oft einfach auf dem Grill und wird mit verschiedenen Soßen serviert. Reis darf bei keiner Mahlzeit fehlen.

Die Philippinen sind ein einziges Paradies für Süßmäuler. Die philippinische Mango gilt als die beste der Welt. Sie ist supersaftig und aromatisch und hat so gut wie keine Fasern. Die heimischen Ananasfrüchte und  Bananen werden in alle Welt exportiert und gelten als Delikatessen. Als Dessert bekommen sie eine Karamellschicht und werden frittiert. Philippinische Desserts, Kuchen und Eis zeigen sich sehr süß und farbenfroh; mit Lebensmittelfarben wird nicht gegeizt. Ein Beispiel ist das Halo-Halo aus Eiscreme, fruchtigem bunten Gelee in Würfelform, kandierten Nüssen, Crushed Ice und – meist gezuckerter – Dosenmilch.

Wer sich einlässt auf die philippinische Küche, wird positiv überrascht werden. Viel Spaß beim kulinarischen Inselhüpfen!

Philippinisches Hühnchen-Curry

Viele philippinische Gerichte sind verglichen mit anderen asiatischen Rezepten relativ mild, so auch dieses Curry. Es kommt natürlich auch auf die Art und Menge der verwendeten Currypaste an – da gibt es alles von superscharf bis gemäßigt. Grün bedeutet extrem scharf, rot scharf, gelb mittelscharf. Panaeng Currypaste ist sehr mild. Achtet beim Kauf also darauf, damit ihr nicht doch Feuer spuckt. Kokosmilch hat aber zum Glück die Eigenschaft, zu viel Schärfe bis zu einem gewissen Grad zu neutralisieren.

Für vier Personen braucht ihr:

8 Hähnchenschenkel
1 große Zwiebel
4 mittelgroße Kartoffeln
4 Karotten
2  Knoblauchzehen
Currypaste nach Belieben (mindestens ein Glas oder eine Packung)
2 Dosen Kokosmilch
3 EL Öl
Paprika, Salz und weißer Pfeffer zum Würzen des Fleisches
2 philippinische reife Mangofrüchte (oder 4 Bananen und Honig)
4 Portionen gekochten Reis

Zubereitung

Zunächst die Zwiebel und die Knoblauchzehen gleichmäßig zerhacken und im Öl sanft anbraten – nicht zu heiß, sonst wird der Knoblauch schnell bitter. Nun die Hähnchenschenkel zugeben, nach Belieben würzen und anbraten. Währenddessen die Kartoffeln und Karotten schälen und in kleine Würfel schneiden, anschließend zugeben und kurz mitbraten. Nach dem Anbraten die Kokosmilch zugießen und großzügig Currypaste untermischen. Auf kleiner Flamme das Ganze rund 45 Minuten köcheln lassen und mit weißem Asienreis servieren. Dazu entweder in Honig gebratene Bananen reichen oder mit frischen Mangoscheiben anrichten. Die Variante mit Mango empfiehlt sich für den Sommer, da noch erfrischend-fruchtiger! Guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen!